Welche Bautechnik eignet sich für mich?

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Haus ist gleich Haus? Nein, ganz sicher nicht! Im Laufe der Jahre hat sich die Bautechnik von Häusern so massiv gewandelt und wurde weiterentwickelt, dass der Markt mit einer sehr breiten Palette an Angeboten zur Grundthematik Hausbau bestückt ist. Und natürlich unterscheiden sich die Techniken dabei gravierend, wodurch die Entscheidung, für welchen Haustyp man sich entscheiden soll, für Sie als zukünftige Bauherren oft nicht einfach ist. Welcher Haustyp soll es denn nun sein?

Fertighaus, Massivhaus, Blockhaus oder Architektenhaus - wer die Wahl hat, hat die Qual

Wer ein Haus plant, muss sich grundsätzlich die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Bautechniken sowie die möglichen Haustypen vor Augen führen. Als primäre Faustformel der Unterscheidung lassen sich Fertighaus und Massivhaus (nicht Fertig-Massivhaus!) nennen. Hierbei versteht man unter einem Massivhaus die klassische Form des Bauens: Stein auf Stein wird das Objekt "gemauert". Wer sich für diese Variante entscheidet, der muss wissen, so ein Bau benötigt seine Zeit und die Bauzeit für das Massivhaus dauert Monate.

Wer weniger Zeit und ein geringeres Budget mitbringt, dem erscheint das Fertighaus sicherlich angenehmer, da es Zeitvorteile mitbringt und dadurch natürlich kostengünstiger wird. Die einzelnen Segmente des Hauses wurden beim Hersteller vorgefertigt und in Teilen sogar bereits montiert, bevor man sie auf "Jumbo Trucks" verladen hat. Rohrleitungen und Kabel wurden in die Wände eingeschossen, sodass Anschlüsse leicht vor Ort vorzunehmen sind. Kommt der Transporter an, werden die Segmente "nur noch" wie bei einem Puzzle zusammengefügt.

Doch Vorsicht, Massivhaus ist nicht gleich Massivhaus und Fertighaus ist nicht gleich Fertighaus. Es besteht bei beiden Bautechniken für den Häuslebauer immer noch Handlungsspielraum, in die Gestaltung aktiv einzugreifen und planerische aktiv zu werden. Gerade in Zeiten ständig steigender Energiekosten gilt es zu überlegen, ob nicht ggf. doch ein Passivhaus oder ein Öko-Haus die richtigen Alternativen wären.

Welche Vor- und Nachteile bietet das Fertighaus?

Das Fertighaus ist eine sehr effiziente Option für Sie als Häuslebauer. Lösen Sie sich gedanklich davon, dass Sie keinerlei Entscheidungsbefugnis hinsichtlich der Aufteilung und Gestaltung haben. Ja, das Haus ist vorgeplant, aber Sie entscheiden mit, welche Baustoffe, Aufteilung, Fensterelemente, Heizsysteme und so weiter verbaut werden. Das Fertighaus von heute entspricht rundum modernsten Anforderungen und es bringt einen gewaltigen Zeitvorteil mit sich. Ist das Budget, welches für den Bau zur Verfügung steht, eher schlank gehalten, kann der Bauherr in einem hohen Maß Eigenleistungen einplanen - Selbstbauhäuser, Bausatzhäuser und Selbstausbauhäuser machen es möglich. Wer das nicht möchte, kann selbstverständlich auch schlüsselfertig bauen lassen!

Massivhaus - bauen für die Ewigkeit?

Beim Massivhaus wird größtenteils auf langlebige Materialien wie Stahlbeton, Ziegel oder Beton zurückgegriffen. Beim Massivhaus wird nicht nach tragender und raumtrennender Variante unterschieden - jede Wand und jede Decke trägt und trennt. Dadurch handelt es sich beim Massivbau um die sehr solide Bauweise, die eine große Lebensdauer garantiert - alles natürlich zum entsprechenden Preis.

Wer massiv baut, der weiß, das Objekt speichert durch höhere Wanddicken die Wärme, bringt ein angenehmes Wohnklima mit - kühler im Sommer, wärmer im Winter. Doch wer so bauen möchte, der muss die Zeit mitbringen, die es nun einmal kostet, dass die Wände austrocknen können, bevor weitergebaut wird. Zeit kostet Geld und somit liegen die Kosten höher.

Holzhäuser - alte Bautechnik voll im Trend

Holz ist das älteste Baumaterial überhaupt. Es lebt, es atmet, Holz ist nachhaltig, Holz ist umweltfreundlich, Holz ist wieder modern und sieht gut aus. Heute wird das hervorragende Baumaterial mit den neusten Dämmtechniken kombiniert und bildet so eine moderne Baumethodik, die alte Traditionen des Bauens integriert. Ja, das Holzhaus ist kein "Preisschnäppchen", aber wer aktiv etwas für die Umwelt tun will und das notwendige Kleingeld mitbringt, für den ist das Holzhaus eine echte Alternative.

Architektenhaus - wenn es denn etwas mehr sein darf

Sie als Häuslebauer planen gemeinsam mit dem Architekten Ihr Haus von A bis Z. Da erklärt es sich schon von selbst, dass die Arbeit des Architekten, der Ihre Wünsche 1 zu 1 umsetzen wird, sofern sie realisierbar sind, bezahlt werden muss. Welche Art des Hauses der Architekt für den Häuslebauer plant - Holzhaus, Blockhaus, Fertighaus, Öko-Haus oder Massivhaus - ist dabei nebensächlich, denn er beherrscht alle Varianten.

Wie baut man nun richtig?

Was die Entscheidung für eine der möglichen Bautechniken angeht, bleiben das Budget, der Zeitfaktor und natürlich der Platz, den das Grundstück bietet, primäre Faktoren. Je größer das eigene Budget ist, desto mehr lässt sich selbstverständlich realisieren.

 

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