Kaufratgeber für Grundstücke

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Augen auf beim Grundstückskauf. Oftmals sind die diesbezüglichen Gefahren nicht sofort erkennbar. Aber die Risiken sind nicht nur zahlreich, sondern oftmals auch äußerst tückisch. Gerade deshalb, da die Probleme häufig quasi unter der Erde begraben sind. Die finanziellen Folgen sind häufig gewaltig.

Recherche nach vorheriger Nutzung des Grundstückes

Denken Sie in diesem Zusammenhang nur an eine mögliche Bodenkontamination. Sichtbar ist diese keinesfalls auf den ersten Blick. Bleibt sie unentdeckt, ist nach einem etwaigen Kauf grundsätzlich der neue Eigentümer für die entsprechenden finanziellen Folgen verantwortlich. Außerdem drohen bei einem kontaminierten Baugrund neben finanziellen Einbußen auch gesundheitliche Schäden. Daher ist es ein unabdingbares Muss vor dem Kauf eines Grundstücks, Erkundigungen zur vorherigen Nutzung und zur Historie einzuziehen. Selbst wenn Sie unter entsprechendem Zeitdruck stehen, sollte in keinem Fall im Hinblick auf eine Kaufentscheidung die vorherige Nutzung des Grundstücks unberücksichtigt bleiben.

Mögliche Schadstoffe im Boden

War auf dem Baugrund früher zum Beispiel ein Gewerbebetrieb angesiedelt, sollte der jetzige Eigentümer beziehungsweise der Verkäufer ein entsprechendes Bodengutachten vorweisen können. Selbst wenn das Grundstück bereits teilweise neu bebaut ist, ist ein Gutachten enorm wichtig. Sollte sich nämlich später herausstellen, dass sich auf dem als Baugrund ausgewiesenen Gebiet Schadstoffe im Boden befinden, so sind Sie als neuer Eigentümer für die entsprechende Bodensäuberung alleine verantwortlich. Der Abbau von Schadstoffen ist dabei in der Regel eine kostspielige Angelegenheit. Liegt kein Bodengutachten vor, kann ein Grundstückskauf zum Himmelfahrtskommando mutieren.

Einsicht in die Archive der Kommune nehmen

Hellhörig sollten Sie auf jeden Fall werden, wenn sich auf dem jetzigen Baugrund oder auch in der näheren Umgebung in früheren Zeiten zum Beispiel eine Färberei, ein Ölhandel, eine Müllhalde, ein Galvanisierbetrieb oder etwa ein Chemiewerk befand. Beachten Sie dabei aber auch die Historie der umliegenden Liegenschaften, da auch Nachbarliegenschaften eine entsprechend kritische Historie aufweisen können. Um sicher zu gehen, ist durchaus das Generieren einer Bodenanalyse empfehlenswert. Bei entsprechenden Verdachtsmomenten können Sie sich durchaus an die Kommune wenden und in den Archiven Einsicht über etwaige Altlasten nehmen. Denn: Früher kam es häufig vor, dass Gebiete für den Wohnungsbau deklariert wurden, die nach heutigen Maßstäben eher als problematisch eingestuft werden.

Eingehende Prüfung der Bodenbeschaffenheit

Auch die Bodenbeschaffenheit an sich sollte grundsätzlich im Fokus stehen. Besteht der Baugrund nämlich zum Beispiel aus steinigem, tonigem und lehmigem Boden, muss der jeweilige Bauherr mit erheblichen Zusatzkosten für einen expliziten Kelleraushub rechnen. Zudem erweist sich auf Böden dieser Art die Bepflanzung und auch Kultivierung von Obstbäumen und Gemüse schwierig. Liegt der Baugrund dagegen in unmittelbarer Nähe eines Baches, so müssen Sie im Extremfall mit Überschwemmungen bzw. Kellerüberflutungen bei starken Regenfällen rechnen. Liegt das Grundstück in schneereichen Gebieten, besteht dann zudem die Gefahr einer Schneeschmelze. Kalkulieren Sie aber auch in Hanglagen höhere Baukosten ein, da hier der Bauplatz in der Regel durch entsprechende Stützkonstruktionen gesichert werden muss. Zu guter Letzt gilt es immer das Umfeld des anvisierten Grundstücks genau unter die Lupe zu nehmen. Negative Entscheidungskriterien sind hier beispielsweise Schnellstraßen, Eisenbahnstrecken und vor allem Einflugschneisen von Flughäfen. Lärmquellen dieser Art sollten grundsätzlich auch bei der Preisfindung berücksichtigt werden.

Kosten nicht unterschätzen

Neben dem Kaufpreis und den Ausgaben für Notar und Makler, gibt es noch eine ganze Reihe von Kosten beim Grundstückskauf, die einkalkuliert werden müssen. Im Folgenden sind Kostenpunkte aufgeführt, die optional noch anfallen können:

  • Grunderwerbsteuer: Ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Als Mittelwert sind 5% gängig.
  • Notar- und Gerichtskosten (Grundbucheintragung): etwa 1,5 Prozent des Kaufpreises.
  • Erschliessungskosten: mehrere Tausend Euro.
  • Baugrundgutachten bzw. Bodengutachten: rund 400 bis 800 Euro.
  • Vermessungskosten: Richtwert liegt bei ca. 2.500 Euro.
  • Straßen- und Wegekosten: können sich auf mehrere Tausend Euro summieren.
  • Abbruchkosten: kommt auf den jeweiligen Umfang möglicher Abrissarbeiten an, mehrere Tausend Euro Kosten können aber auch hier anfallen.

 

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