10 Tipps zum Bauen mit einem Bauträger

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Ein Hausbau hat die Nerven manches Bauherrn und die seiner Familie zerrüttet. Eigenleistung klingt wunderbar, aber daneben muss der ambitionierte Handwerker sein Geld verdienen und seine Familie nicht aus den Augen verlieren. Und manchmal legt er noch Geld drauf, wenn er an die Grenzen seiner Handwerkskunst stößt. Bauherren, die mit einem Bauträger zusammmenarbeiten, haben diese Sorgen nicht. Vielleicht zahlen sie am Ende ein paar Euro mehr für ihr Haus als der begabte Selbst-Handwerker. Aber garantiert ziehen sie in einem physisch und psychisch besseren Zustand in ihr Traumhaus ein. Wenn Sie dabei folgende Tipps beachten, haben Sie Ihr sicheres Dach so gut wie über dem Kopf.

Tipp Nr. 1: Gute Vorfeldsrecherche

Wer ein Haus mit einem Bauträger baut, kauft die Katze nicht im Sack. Der Bauträger beschafft das Grundstück, plant den kompletten Hausbau einschließlich aller Formalitäten und führt ihn durch. Der Käufer bekommt in der Regel ein stark typisiertes Haus. Dafür fallen niedrigere Kosten als bei einem Architektenhaus an. Regel Nr. 1 beim Bauen mit einem Bauträger: Erkundigen Sie sich nach den Referenzen der Firma, die Sie beauftragen wollen. Kontaktieren Sie ehemalige Kunden, die sich vom Bauträger ein Haus erstellen ließen. Wie gestalteten sich Planung und Termineinhaltung? Traten Mängel auf und wie wurde mit ihrer Reklamation umgegangen? Gibt es eine baubegleitende Qualitätskontrolle durch den TÜV?

Tipp Nr. 2: Überzeugen Sie sich vor Ort

Besichtigen Sie Musterhäuser des Bauträgers oder nehmen Sie Besichtigungstermine auf Baustellen wahr. So verschaffen Sie sich ein gutes Praxisbild der Arbeit.

Tipp Nr. 3: Vorgaben kontrollieren

Im Vorfeld, also vor einer Beurkundung des Bauvertrags, ist sicherzustellen, dass der Bauträger Eigentümer des Grundstücks ist, auf dem das Haus gebaut werden soll. Auch eine Baugenehmigung muss vorliegen.

Tipp Nr. 4: Vertragsprüfung

Lesen Sie sich die Baubeschreibung des Bauträgers gut durch. In ihr muss deutlich und ausführlich beschrieben sein, welche Leistungen zu erwarten sind und welche Materialien zum Einsatz kommen. In den Bauträgervertrag gehören auch Lageplan, Baupläne und die Bauverpflichtung des Bauträgers.

Tipp Nr. 5: Überblick über Verordnungen behalten

Lesen Sie sich die Bauträgerverordnung gut durch: In ihr ist die etappenweise Bezahlung des Bauträgers gemäß Baufortschritt beschrieben.

Tipp Nr. 6: Schutz vor Insolvenz einrichten

Achten Sie in diesem Rahmen auf eine Fertigstellungs- oder Vertragserfüllungsbürgschaft seitens der Bauträgerbank zu achten, die den Bauherrn vor Verlusten bei Bauträger-Insolvenz schützt.

Tipp Nr. 7: Fristen vereinbaren

Verzögerungen im Bauablauf sind für den Bauherrn ärgerlich und teuer. Es sollten im Bauvertrag genaue Fristen zu Baubeginn, Bauzeit und Baufertigstellung getroffen und für Zeitüberschreitungen Vertragsstrafen festgelegt werden. Ein Bauträgervertrag kann ein juristisches Minenfeld sein und auch normal intelligenten Laien Kopfschmerzen verursachen.

Tipp Nr. 8: Bauherren - Hilfe konsultieren

Wenn Ihnen irgendetwas unverständlich erscheint, ziehen Sie einen unabhängigen Bauherrenberater hinzu und legen Sie offene Fragen vor der Beurkundung Ihrem Notar vor.

Tipp Nr. 9: Vergleich zwischen Leistungen und Wünschen

Gehen Sie im neunten Schritt vor Vertragsbeurkundung Ihr Bauvorhaben noch einmal durch. Sind Sie zufrieden mit den konfektionierten Leistungen des Bauträgers oder fallen Sonderwünsche an? Wenn ja, regeln Sie diese direkt im Vertrag, sonst könnte es teuer werden.

Tipp Nr. 10: Sicherstellen der Bonität des Bauherren

Der zehnte Ratschlag betrifft die Bonität des Bauherrn. Es kommt in der Praxis häufiger vor, dass der Vertrag zwischen Bauherrn und Bauträger in letzter Minute platzt, weil die Bauherrn-Bank ihre Finanzierungszusage verweigert. Stellen Sie vor Verhandlungsbeginn Ihre Bonität gegenüber dem Bauträger sicher: Auf diese Weise können Sie auf Augenhöhe verhandeln.

Fazit

Der Hausbau mit einem Bauträger ist ein komfortabler und kostengünstiger Weg zum Traumhaus. Mühe müssen Sie sich im Vertrags-Vorfeld geben: Machen Sie sich mit den Fallen vertraut, in die uninformierte Bauherren tappen können.

 

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