Hausfassaden: Optik, Wirkung und Funktion

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Die Fassade ist das Gesicht des Hauses. Sie soll zum gesamten Erscheinungsbild passen, dient aber auch zweckmäßigen Gesichtspunkten. Beim Neubau eines Hauses kann in der Regel frei entschieden werden, welche Fassadenart man wählt. Im Sanierungsfall orientieren Sie sich an den bisherigen Gegebenheiten und bringen die Fassade auf einen zeitgemäßen Stand. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Sichtmauermerk, verputzten Fassaden und Fassadenverkleidungen.

Optische Aspekte

Was zunächst bei einer Fassade ins Auge fällt, ist natürlich das Aussehen. Hier gilt es, mehrere Punkte zu beachten. Wie ist der Baustil - modern, rustikal oder extravagant? Wie ist die Umgebung beschaffen, in der sich das Haus befindet? Gibt es Auflagen der Gemeinde, die bei der Außengestaltung berücksichtigt werden müssen? Steht das Haus eventuell unter Denkmalschutz?

Erst wenn all diese Fragen geklärt sind, fällt die Entscheidung für eine spezielle Fassadenart.

Sichtbares Mauerwerk als Fassade

Sichtbare Mauersteine, bevorzugt aus Kalksandstein, aber auch traditionelle Ziegelsteine, sorgen für eine ästhetisch anspruchsvolle Optik. Die Steine können sowohl unbehandelt bleiben als auch deckend gestrichen werden. Wenn Sie auf den Anstrich verzichten, sollte das gesamte Mauerwerk aus einer Herstellung kommen, so vermeiden Sie Farbunterschiede.

Putz von Feinputz bis Rauputz

Die verputzte Fassade ist die gängigste Variante bei der Außengestaltung des Hauses. Sie bietet zahlreiche verschiedene Optiken. Zunächst ist die Wahl des Putzes entscheidend. Feinputz oder Rauputz in unterschiedlichen Körnungen sorgen für das gewünschte Erscheinungsbild. Mit einem entsprechenden Anstrich kann die Optik ebenfalls beeinflusst werden. Dezente Abstimmungen von Sockel und Wand sind ebenso möglich wie starke Kontraste. Achtung: Die Baubestimmungen der jeweiligen Region oder Gemeinde regeln teilweise die Wahl der Farben!

Verkleidet, aber nicht maskiert: Materialien für die Fassadenverkleidung

Eine Fassadenverkleidung bietet ebenfalls diverse Möglichkeiten. Hier reicht das Angebot von einer Verblendung mit Klinkersteinen bis hin zu einer Verkleidung mit Platten oder Holz. Faserzement bietet als Werkstoff für die Fassadenverkleidung zahlreiche Vorteile. Das Naturmaterial Holz kommt auch bei Häusern zum Einsatz, die komplett als Blockhaus konzipiert sind. Ebenfalls möglich: eine Fassadenverkleidung aus Schiefer.

Der Vollständigkeit halber sei noch Beton erwähnt - ein Material, das bei Einfamilienhäusern und Reihenhäusern nur selten verwendet wird.

Was steckt hinter der Fassade?

Die Fassadengestaltung prägt einerseits die optische Wirkung des Hauses. Sie hat jedoch auch Einfluss auf die Wohnqualität. Entscheidend ist die Dämmung, die sich hinter der Fassade verbirgt. Bei einem Neubau werden bereits alle Aspekte berücksichtigt, die für eine sinnvolle Dämmung wesentlich sind. Anders sieht es bei einer grundlegenden Sanierung aus. Zwischen Mauerwerk und neuer Fassade kann eine energietechnisch wertvolle Dämmung angebracht werden.

Die energetische Sanierung ist mit zahlreichen Werkstoffen möglich. Wärmeschutz, Schallschutz und eine ansprechende Optik sorgen nicht nur für einen hohen Wohnkomfort, sondern steigern auch den Wert des Hauses.

Bei sichtbaren Ziegeln und Mauersteinen erfolgt die Dämmung bereits über die Wahl des Materials. Werkstoffe mit einem hohen Dämmwert sind beim Neubau eines Hauses erste Wahl.

Wenn ein Altbau zur Sanierung ansteht, empfiehlt sich eine gründliche Prüfung und Begutachtung des Mauerwerks. Eine fehlende Dämmung kann durch die Wahl des entsprechenden Putzes, einer Zwischendämmung oder einer Verkleidung ausgeglichen werden. Moderne Dämmverfahren bieten zudem auch die Möglichkeit, Altbauten mit komplizierter Bauweise energietechnisch auf den neuesten Stand zu bringen. Diffizile Bauteile wie beispielsweise Erker, Vorsprünge oder Dachgauben können so bei einer Sanierung in den Dämmprozess mit einbezogen werden.

Optik, Wärmeschutz und Schallschutz im Einklang

Sind diese Komponenten sinnvoll aufeinander abgestimmt sind, entsteht ein angenehmes Wohngefühl. Das Haus behält seinen Wert oder gewinnt sogar dazu. Die Überlegung, eine Fassade zu renovieren, lohnt sich also in mehrfacher Hinsicht. Beim Neubau werden die zeitgemäßen Anforderungen an eine sinnvolle Fassadendämmung und die Ansprüche an eine gute Optik ohnehin erfüllt.

 

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